Harnwegsergänzungsmittel zielen auf zwei Hauptprobleme ab: Prävention von Harnwegsinfektionen (HWI) und gutartige Blasensymptome. Die Qualität der Evidenz variiert je nach Inhaltsstoff erheblich.
- D-Mannose (2 g/Tag zur Prävention, 3 g 2–3x/Tag akut): Starke Evidenz für HWI-Prävention, indem E. coli daran gehindert wird, an den Blasenwänden zu haften.
- Cranberry (36 mg Proanthocyanidine/Tag): Bescheidene Evidenz für HWI-Prävention bei Verwendung von standardisiertem Proanthocyanidin-Extrakt.
- Probiotika – Lactobacillus rhamnosus GR-1, L. reuteri RC-14: Evidenz für die Prävention wiederholter HWI bei Frauen.
- Buchu und Uva ursi: Traditionelle Anwendung; bescheidene klinische Evidenz für Linderung akuter Symptome.
- Vitamin C (500–1000 mg/Tag): Säuert den Urin leicht an; bescheidene Unterstützung.
- Cranberry-Produkte ohne standardisierten Proanthocyanidin-Gehalt (die meisten Säfte haben unzureichende Proanthocyanidine)
- Uva ursi für die Langzeitanwendung (Hepatotoxizitätsrisiko nach 2+ Wochen)
- D-Mannose, die als HWI-Behandlung vermarktet wird (es ist für die Prävention und frühe Symptome gedacht, nicht für etablierte Infektionen)
- Proprietäre „Blasenunterstützungs"-Mischungen mit undisklosierten Dosen
Extraktstandardisierung (besonders Cranberry-Proanthocyanidin-Gehalt), D-Mannose-Reinheit, Spezifität des Probiotika-Stammes (generisches Lactobacillus reicht nicht aus) und klare Kennzeichnung, dass Symptome, die länger als 24–48 Stunden anhalten, Antibiotika erfordern.