Die meisten „Immun-Booster" stärken die Immunität nicht wirklich – sie beheben Nährstoffmängel, die sie unterdrücken. Das ist, was die klinische Evidenz wirklich unterstützt.
- Vitamin D3 (2000–4000 IU/Tag): Stärkste Evidenz. Eine 2017er BMJ-Metaanalyse von 25 RCTs zeigte, dass D3 das Risiko für akute Atemwegsinfektionen um etwa 12 % im Allgemeinen und bis zu 70 % bei stark mangelversorgten Personen reduzierte. Serumspiegel 25(OH)D testen und auf 30–50 ng/mL abzielen.
- Zink (15–30 mg/Tag): Die Behebung von Mängeln verbessert die Immunfunktion. Hochdosiertes Zink im Kurzbehandlungsschema (75+ mg/Tag) kann die Erkältungsdauer gemäß einer Cochrane-Übersicht von 2011 um etwa 33 % verkürzen, aber chronische Hochdosis-Anwendung erschöpft Kupfer.
- Vitamin C (200–1000 mg/Tag): Verhindert Erkältungen nicht in der Allgemeinbevölkerung, kann aber die Erkältungsdauer um 8–14 % verkürzen, wenn es regelmäßig eingenommen wird. Megadosen (>2 g) verursachen Magen-Darm-Beschwerden.
- Holunder (Sambucus nigra, 600–900 mg Extrakt/Tag): Kleine RCTs zeigen verkürzten Krankheitsverlauf grippeähnlicher Erkrankungen um 1–2 Tage. Die Evidenz ist suggestiv, nicht schlüssig.
- Proprietäre „Immunkomplexe" ohne offengelegte Dosen
- Kolloidales Silber – kein nachgewiesener Nutzen, echtes Toxizitätsrisiko
- Mega-Dosen Vitamin A oder E – schädlich bei chronischer Hochdosis-Zufuhr
- Produkte, die eine „Stärkung" der Immunität ohne Mangelausgleich versprechen
Inhaltsstoffformen (Methylcobalamin gegenüber Cyanocobalamin, D3 gegenüber D2), Dosieradäquatheit im Vergleich zu klinischem Bereich, Drittanbieter-Tests und Transparenz zur Herkunftsangabe bei pflanzlichen Inhaltsstoffen.